Was ist eine Conversion und wie misst man sie?

Conversion verständlich erklärt

Eine Conversion bezeichnet im Online-Marketing eine gewünschte Handlung, die eine Besucherin oder ein Besucher auf einer Website, in einem Onlineshop oder in einer digitalen Anwendung ausführt. Die Handlung kann ein Kauf, eine Anfrage, eine Registrierung, ein Download oder die Buchung eines Gesprächstermins sein. Entscheidend ist nicht die technische Form der Aktion, sondern ihre Bedeutung für das jeweilige Geschäfts- oder Kommunikationsziel.

Der Begriff wird häufig mit einem Kauf gleichgesetzt. Das greift jedoch zu kurz. Ein Unternehmen, das Dienstleistungen mit längeren Entscheidungsprozessen anbietet, erzielt möglicherweise bereits mit dem Ausfüllen eines Kontaktformulars oder dem Herunterladen eines Informationsdokuments eine wichtige Conversion. Für ein Stellenportal kann eine abgeschickte Bewerbung das zentrale Ziel sein. Bei einer Fachpublikation kann dagegen eine Newsletter-Anmeldung als relevante Handlung gelten.

Eine Conversion beschreibt außerdem nicht automatisch einen wirtschaftlichen Erfolg. Ein Kauf mit hohem Rabatt, eine unvollständige Anfrage oder eine Registrierung mit falschen Kontaktdaten kann zwar als Conversion gezählt werden, aber einen geringeren Wert besitzen. Deshalb gehört zur Messung nicht nur die Anzahl der Handlungen, sondern auch deren Qualität und Beitrag zum Ziel.

Makro- und Mikro-Conversions unterscheiden

Für eine aussagekräftige Analyse ist es hilfreich, zwischen Makro-Conversions und Mikro-Conversions zu unterscheiden. Eine Makro-Conversion ist die wichtigste Zielhandlung eines Geschäftsmodells. Dazu zählen etwa ein abgeschlossener Kauf, ein verbindlicher Auftrag oder eine vollständig abgeschickte Bewerbung.

Mikro-Conversions sind vorgelagerte oder unterstützende Handlungen. Sie zeigen, dass sich eine Person im Entscheidungsprozess bewegt, auch wenn das Hauptziel noch nicht erreicht wurde. Beispiele sind:

Mikro-Conversions sind besonders nützlich, wenn die eigentliche Kaufentscheidung selten getroffen wird oder erst nach mehreren Kontakten erfolgt. Sie dürfen jedoch nicht mit dem Hauptziel verwechselt werden. Viele Downloads sind beispielsweise kein Ersatz für qualifizierte Anfragen, wenn das Geschäftsmodell auf Beratung basiert.

Das passende Conversion-Ziel festlegen

Bevor ein Tracking eingerichtet wird, sollte das Ziel präzise formuliert werden. Eine brauchbare Zielformulierung beantwortet vier Fragen: Wer soll handeln, welche Handlung wird erwartet, an welcher Stelle findet sie statt und woran lässt sich der Abschluss eindeutig erkennen?

  1. Das übergeordnete Geschäftsziel bestimmen, zum Beispiel mehr qualifizierte Anfragen oder abgeschlossene Bestellungen.
  2. Die konkrete Handlung auswählen, die diesem Ziel am nächsten kommt.
  3. Den Abschluss definieren, etwa durch eine Bestätigungsseite, einen eindeutigen Ereignisstatus oder eine bestätigte Transaktion.
  4. Festlegen, welche zusätzlichen Kennzahlen die Qualität der Handlung beurteilen.

Ein gutes Ziel ist möglichst eindeutig und beeinflussbar. Die allgemeine Kennzahl „mehr Sichtbarkeit“ ist kein Conversion-Ziel, weil sie keine konkrete Handlung beschreibt. „Mindestens eine abgeschickte Anfrage über das Beratungsformular pro Besuch“ ist deutlich besser messbar. Bei einem Kauf sollten zusätzlich Umsatz, Produktwert, Marge oder Rückerstattungen berücksichtigt werden, sofern diese Daten verfügbar und rechtmäßig verarbeitet werden dürfen.

Die wichtigsten Conversion-Kennzahlen und Formeln

Die zentrale Kennzahl ist die Conversion-Rate. Sie zeigt, welcher Anteil einer definierten Bezugsgruppe eine Conversion ausgeführt hat. Die Grundformel lautet:

Conversion-Rate = Anzahl der Conversions ÷ Anzahl der Besuche oder Nutzer × 100

Welche Bezugsgröße sinnvoll ist, hängt vom Ziel ab. Bei einem Onlineshop kann die Rate pro Sitzung zeigen, wie viele Besuche zu einer Bestellung führen. Bei einer Kampagne kann die Rate pro Klick sinnvoller sein. Werden Nutzer und Sitzungen vermischt, sind Zeitvergleiche nur eingeschränkt aussagekräftig.

KennzahlBerechnung oder BedeutungGeeignete Fragestellung
ConversionsAnzahl der registrierten ZielhandlungenWie viele Zielhandlungen wurden erfasst?
Conversion-RateConversions geteilt durch eine definierte BezugsgrößeWie häufig führt ein Besuch oder Klick zum Ziel?
Warenkorb-AbschlussrateBestellungen im Verhältnis zu gestarteten WarenkörbenAn welcher Stelle brechen Kaufinteressierte ab?
Cost per ConversionWerbekosten geteilt durch zurechenbare ConversionsWie viel kostet eine Conversion in einem Kanal?
Conversion ValueWert der einzelnen oder gesamten ZielhandlungenWelchen wirtschaftlichen Wert erzeugen die Conversions?
Return on Advertising SpendWerbeumsatz geteilt durch WerbekostenWie viel Umsatz entfällt auf einen Euro Werbekosten?

Die Formel allein reicht nicht aus. Eine Rate kann steigen, weil die Website besser funktioniert, aber auch, weil weniger, dafür besonders interessierte Personen auf die Seite gelangen. Deshalb sollten immer die absolute Zahl der Conversions, die Reichweite, die Kosten und die Qualität gemeinsam betrachtet werden.

Conversion-Tracking Schritt für Schritt einrichten

Conversion-Tracking bedeutet, dass relevante Handlungen technisch erfasst und einem Ursprung oder einer Kampagne zugeordnet werden. Die Einrichtung sollte nicht mit dem Einbau einzelner Messpunkte beginnen, sondern mit einem dokumentierten Messkonzept.

1. Ziele und Ereignisse dokumentieren

Für jedes Ziel wird festgehalten, welche Handlung gemessen wird, welche Bezeichnung sie erhält, wann sie ausgelöst wird und welche Daten benötigt werden. Ein Formular sollte beispielsweise erst dann als Conversion zählen, wenn die Eingabe erfolgreich übermittelt wurde. Das bloße Klicken auf die Schaltfläche kann zu viele Fehlversuche erfassen.

2. Eindeutige Auslöser definieren

Geeignete Auslöser können eine bestätigte Bestellung, eine eindeutige Bestätigungsseite oder ein geprüftes Ereignis sein. URL-Aufrufe allein sind problematisch, wenn eine Bestätigungsseite mehrfach geladen oder ohne vorherige Handlung aufgerufen werden kann. Für Käufe sollten Transaktionsnummern verwendet werden, damit dieselbe Bestellung nicht doppelt gezählt wird.

3. Datenqualität kontrollieren

Nach der Einrichtung wird geprüft, ob Ereignisse nur bei der gewünschten Handlung ausgelöst werden. Dazu gehören Tests auf verschiedenen Geräten, mit unterschiedlichen Browsern und für alle wichtigen Formular- oder Zahlungsvarianten. Die Daten in der Analyseplattform sollten mit internen Bestell-, CRM- oder Bewerbungsdaten abgeglichen werden. Abweichungen sind normal, sollten aber erklärt und dokumentiert werden.

4. Datenschutz berücksichtigen

Tracking muss mit den geltenden Datenschutzvorgaben vereinbar sein. Je nach eingesetzter Technologie, Zweck und Datenverarbeitung können Einwilligung, transparente Informationen, Datenminimierung und eine belastbare Konfiguration erforderlich sein. Die konkrete rechtliche Bewertung hängt vom Einzelfall ab und sollte bei Bedarf mit einer fachkundigen Stelle geklärt werden. Eine Messung ist nicht automatisch zulässig, nur weil ein Analysewerkzeug technisch verfügbar ist.

Welche Werkzeuge für die Messung infrage kommen

Für die Messung können mehrere Datenquellen kombiniert werden. Webanalyse-Systeme erfassen beispielsweise Seitenaufrufe, Sitzungen, Ereignisse und definierte Zielhandlungen. Werbeplattformen messen Conversions in ihren jeweiligen Kampagnen. Shop- und CRM-Systeme enthalten oft die verlässlichsten Informationen über Bestellungen, Umsätze und den weiteren Verlauf einer Anfrage.

Wichtig ist die Rollenverteilung der Systeme. Eine Werbeplattform kann eine Conversion für eine Kampagne beanspruchen, während das CRM zeigt, dass die Anfrage später nicht qualifiziert war. Beide Angaben können aus ihrer jeweiligen Perspektive korrekt sein. Deshalb sollte eine zentrale Auswertung festlegen, welche Quelle für welche Frage maßgeblich ist.

Ein einfaches Messkonzept kann in einer Tabelle dokumentiert werden:

Die genaue Bezeichnung von Ereignissen ist weniger wichtig als eine konsistente Struktur. Wenn ein System „Lead“, ein anderes „Kontakt“ und ein drittes „Formularversand“ verwendet, müssen diese Begriffe in einer gemeinsamen Dokumentation erklärt werden.

Conversion-Funnel analysieren und Abbrüche finden

Ein Funnel beschreibt die Abfolge vom ersten Kontakt bis zur Zielhandlung. Je nach Geschäftsmodell kann er aus Anzeigenkontakt, Klick, Landingpage, Produktansicht, Formularbeginn und Abschluss bestehen. Die Analyse jeder Stufe zeigt, an welcher Stelle überdurchschnittlich viele Personen aussteigen.

Ein hoher Abbruch zwischen Landingpage und Formularbeginn kann auf eine unklare Botschaft, fehlende Relevanz oder eine nicht passende Zielgruppe hindeuten. Viele Formularstarts mit wenigen erfolgreichen Übermittlungen sprechen eher für technische Schwierigkeiten, zu viele Pflichtfelder, unverständliche Fragen oder mangelndes Vertrauen. Bei einem Warenkorb-Abbruch kommen zusätzlich Versandkosten, Zahlungsprobleme oder eine unerwartete Preisgestaltung infrage.

Die Analyse sollte nach sinnvollen Segmenten erfolgen. Dazu zählen beispielsweise Endgerät, neue und wiederkehrende Nutzer, Kampagne, Suchintention, geografischer Markt oder Einstiegsseite. Segmente dürfen nicht beliebig klein gewählt werden, weil Zufallsschwankungen dann leicht als belastbare Erkenntnis erscheinen. Bei kleinen Datenmengen sind qualitative Rückmeldungen, Support-Anfragen und manuelle Prüfungen oft eine wichtige Ergänzung.

Attribution: Wem wird eine Conversion zugerechnet?

Vor einer Bewertung muss geklärt werden, welchem Kontaktpunkt eine Conversion zugerechnet wird. Bei einer direkten Entscheidung nach einem einzelnen Suchmaschinenklick scheint die Zuordnung einfach. Häufig informieren sich Menschen jedoch über mehrere Kanäle, besuchen eine Website wiederholt oder wechseln zwischen Smartphone und Computer.

Ein Last-Click-Modell schreibt die Conversion dem letzten messbaren Kontakt vor dem Abschluss zu. Das ist leicht verständlich, kann aber frühere Kontakte unterschätzen. Ein First-Click-Modell bewertet den ersten Kontakt besonders stark. Modelle mit linearer Verteilung teilen den Wert auf mehrere Kontaktpunkte auf. Datengetriebene Verfahren versuchen, den Beitrag anhand beobachteter Pfade zu schätzen.

Keines dieser Modelle bildet die Wirklichkeit vollständig ab. Direkte Zugriffe, blockierte Messungen, nicht eingeloggte Geräte und zeitversetzte Entscheidungen begrenzen die Genauigkeit. Deshalb sollten Attributionsergebnisse als Analysemodell und nicht als zweifelsfreier Beweis verstanden werden. Für Entscheidungen ist es sinnvoll, mehrere Perspektiven zu vergleichen und nicht nur den Kanal mit den meisten zugerechneten Conversions zu betrachten.

Typische Messfehler und wie sie sich vermeiden lassen

Conversion-Optimierung mit einem klaren Prüfplan

Die Messung ist die Grundlage, aber nicht das eigentliche Ziel. Aus den Daten sollten überprüfbare Maßnahmen entstehen. Ein sinnvoller Ablauf besteht aus fünf Schritten:

  1. Problem beschreiben: Zum Beispiel beginnen viele Personen das Formular, schließen es aber selten ab.
  2. Hypothese bilden: Eine mögliche Ursache könnte die hohe Zahl verpflichtender Felder sein.
  3. Änderung planen: Felder werden reduziert oder verständlicher erklärt, ohne gleichzeitig weitere Elemente zu verändern.
  4. Ergebnis messen: Formularabschluss, Qualität der Anfragen und technische Fehler werden vor und nach der Änderung verglichen.
  5. Entscheidung dokumentieren: Die Maßnahme wird beibehalten, angepasst oder verworfen, abhängig von den beobachteten Ergebnissen.

Bei Tests sollte nur eine begrenzte Zahl von Variablen gleichzeitig geändert werden. Sonst lässt sich nicht erkennen, welche Anpassung den Unterschied verursacht hat. Neben der Conversion-Rate sind Nebenwirkungen zu prüfen, etwa mehr unvollständige Anfragen, höhere Kosten oder eine schlechtere Nutzung auf mobilen Geräten.

Eine gute Conversion-Analyse verbindet somit drei Ebenen: technische Zuverlässigkeit, statistisch vorsichtige Auswertung und geschäftliche Relevanz. Erst wenn alle drei Ebenen zusammenpassen, entsteht eine belastbare Grundlage für Marketing- und Produktentscheidungen.

FAQ zur Conversion-Messung

Was ist der Unterschied zwischen Conversion und Conversion-Rate?

Eine Conversion ist die einzelne gewünschte Handlung, etwa eine Bestellung oder Anfrage. Die Conversion-Rate setzt die Zahl dieser Handlungen ins Verhältnis zu einer Bezugsgröße wie Besuchen, Nutzern oder Klicks und wird meist als Prozentwert angegeben.

Ist ein Kauf die einzige wichtige Conversion?

Nein. Je nach Geschäftsmodell können Registrierungen, qualifizierte Anfragen, Bewerbungen, Terminbuchungen oder Downloads wichtige Ziele sein. Entscheidend ist, ob die Handlung einen nachvollziehbaren Beitrag zum übergeordneten Ziel leistet.

Warum unterscheiden sich die Zahlen verschiedener Systeme?

Analyse-, Werbe-, Shop- und CRM-Systeme verwenden unterschiedliche Zählweisen, Zeitfenster, Filter und Zuordnungsmodelle. Zusätzlich können Datenschutzentscheidungen, technische Fehler oder doppelte Ereignisse zu Abweichungen führen. Die Unterschiede sollten dokumentiert und regelmäßig geprüft werden.

Wie oft sollte die Conversion-Rate ausgewertet werden?

Das hängt von der Datenmenge und dem Entscheidungsrhythmus ab. Kleine Unternehmen können eine regelmäßige monatliche Auswertung mit einer tieferen Quartalsanalyse verbinden. Bei laufenden Kampagnen sind häufigere Kontrollen sinnvoll, sofern die Datenmenge für belastbare Vergleiche ausreicht.

Welche Conversion-Rate gilt als gut?

Eine allgemein gültige gute Rate gibt es nicht. Sie hängt unter anderem von Zielgruppe, Angebot, Preis, Branche, Traffic-Quelle und Conversion-Definition ab. Aussagekräftiger als ein fremder Vergleich sind die Entwicklung der eigenen Kennzahl, die Qualität der Conversions und die Wirtschaftlichkeit.

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